Dienstag, 21. Dezember 2010

Khirkee.


Saket Mall und Umgebung.

Du verlässt das Gelände der Saket Malls, streckst die Hand heraus, um eine Riksha zu bekommen und scheust den Blick zur anderen Straßenseite, oder siehst du sie nicht? Auf jener anderen Seite ist, wie so oft, eine andere Welt. Ackerland, Wellblechhütten, Ziegen, Kinder, welche mit Steinen Cricket spielen. So der erste Eindruck, wenn man es wagt, auf die andere Seite zu schauen. Khirkee, und vor allem Khirkee Village, ist ein Labyrinth aus Gassen, welche, wie so oft, alles beherbergen, was man sich vorstellen kann – hinter einer Ecke entdeckt man eine Schule, dann einen Markt, eine noch engere Gasse mit Papierverkäufern, Flaschenhändlern, ein Metzger neben einem Schneider; alles eben auf einmal in viel und laut und anders, aber gewohnt.

Müllberg.

Im Gegensatz zu vielen anderen Vierteln der Stadt, ist Khirkee ein unauthorisiertes Gebiet, welches von Muslimen und Hindus gleichermaßen beansprucht wird, Korruption findet hier ebenso viel Platz, wie das typische indische Leben auf der Straße. Es wächst und zerfällt in einem ungemeinen Tempo, steht niemals still, lebt mit den Menschen. Lebt von den Menschen; auf der anderen Straßenseite. Leben mit ihrer Religion; nebeneinander, dicht an dicht, Konversation per Augenschlag. Ein Lächeln und Lachen, Freude über die kleinen Dinge im Leben, lebendig auf der anderen Seite.


Stolz auf´s Zicklein.
Beten.

Montag, 6. Dezember 2010

Landmasse.

Sie haben nur einen winzigen Anteil an Bildung genossen, wenn überhaupt; können vielleicht ihren Namen schreiben und kennen nicht das Indien, welches die Welt kennt; ein aufstrebendes Indien, sich entwickelnd, auf dem Vormarsch. Nein, in ihren Gesichtern kann man den Geschichten der großen Masse folgen, jenen, die nie das weltliche Indien kennen lernen werden, sondern in ihren Augen das Bild eines Indiens zeigen, vor dem der Rest der Welt die Augen verschließt, jenes der großen Masse. In ihren Falten ist ihr Leben eingekerbt, von der Sonne gezeichnet, vom Kampf geprägt und in ihrer Haltung spiegelt sich die Kraftlosigkeit wieder, das Resignieren, die Erschöpfung. Auf einmal lernt man selbst so viel dazu, dass das Schreiben des eigenen Namens nun doch nicht mehr so wichtig ist, dass das von der Welt gesehene Indien in einer anderen Welt statt findet und das viel mehr zählt, dass die Kuh im Dorf gut verpflegt ist, dass das Wetter nicht die Ernte vernichtet und das man den täglichen Kampf ums Überleben nicht aufgibt…


Ein Bruchteil der indischen Bevölkerung lebt jedoch das fancy, kolonialistische, hierzu ebenfalls später mehr, AC Leben und vergisst das Leben auf dem Land. Jene Städter, seien sie aus Delhi, Bangladesh oder Chandigarh, prägen jedoch das moderne Bild Indiens. Ein Hoch auf IT, moderne Medizin, der Merzedes mit Fahrer aus Rajasthan vor der Tür, ein Hoch auf den modernen indischen Kolonialismus, welcher früher doch so verhasst war...

Die Schlucht zwischen arm und reich ist mittlerweile unüberblickbar groß geworden, so, dass man nur noch die eine Seite sehen kann. Entweder du bist arm, oder du bist reich, gefressen oder gefressen werden. Und dem Rest der Welt wird zu erst die falsche Seite gezeigt und kein Ausflug auf die andere versprochen, nich einmal ein Fernglas...

Dienstag, 16. November 2010

Massenbewegung?

Do not honk! - Verdammt, ja! Lasst das Hupen, ich bin nicht neben einer aufgewachsen, verdammt! Ja, ich stehe jeden Morgen an der viel befahrenen August Kranti Marg – die Straße tiefer in den reichen Süden und in Norden zum India Gate. Ich muss in den Norden. Ich winke und winke, bin mal mehr genervt, mal freudig überrascht: Wie schnell bekommt man wohl durchschnittlich eine Rikscha? Ich tippe auf 10 Minuten. Und wie oft muss man durchschnittlich um den Meterpreis diskutieren? Sagen wir zu 75 Prozent aller Fahrten. Nach einigem Warten und dem allmorgendlichen Diskussionsprozesses befinde ich mich also in einer der unzähligen gelb-grünen Motorrikschen, bereit mich durch den Smog dieser Millionenstadt zu wagen und begeistert das morgendliche Treiben zu beobachten. Oh heute sitzt mal ein kleiner Hanuman vor dem Lenkrad. Wie selten – mal kein Ganesh. Ganesh ist ja, meiner Meinung nach, eh der Übergott, der A-Promi unter den Stars, Überflieger und allseits verehrt, aber dazu mehr an anderer Stelle… ich sitze also auf der Rückbank neben Postern überbelichteter, weil heller (hoho), westgekleideter indischer Promis. Ob ich diese kenne? Nein. Sehen alle gleich aus… Vor allem der gemeine Durchschnittsinder (Inderinnen fallen an dieser Stelle aus dem Konzept, da ihre Kleidung bei der Unterscheidung sehr behilflich ist) ist 1,70 m plus minus X, wobei eher minus, trägt einen Schnurrbart, kurze schwarze Haare mit Seitenscheitel, eine gestreifte Schlagstoffhose, welche bis unter die Achseln reicht und ein seidenes glänzendes Hemd. Und was die Körperform anbelangt gibt es diese in „Klein mit dickem Bauch“ und „Groß und dürr/mager“. Dies soll jetzt keines Falls abwertend oder ähnliches sein, aber kommt erstmal nach Indien…! Ein Hoch auf die Individualität der Masse! So denke ich jeden Morgen in meiner Rikscha, die mir Zeit zum reflektieren und nachdenken und beobachten gibt – unbemerkt von dem Treiben um mich herum… Schnell gelangt man dann zur eben angesprochenen Individualität, welche einfach fehlt… Es scheint einfach keine Alternative zur Masse zu geben. Kein Aufbegehren von Revolution, Veränderung, Individualität oder einem schlichten neuen Haarschnitt… Willkommen in Indien, einem Land, welches so viel will, sich aber selbst noch mehr im Weg steht…



Aber oh, nicht vergessen: solche Gedankensprünge entstehen eben bei einer Rikschafahrt. Wie sollte es aber auch anders sein?! Ich fahre am neuen Nehru-Stadion vorbei, an der Stelle, wo vor den Commonwealth Games noch ein Obdachloser gelebt hat, ist jetzt ein Helmverkäufer und ich möchte gar nicht wissen, was aus dem armen alten Mann geworden ist… Einen Kilometer weiter treffen sich moderne junge InderInnen vor der Uni und halten ihr Blackberry in der Hand. Selbe Straße andere Seite: Ein Tempel und eine Anlaufstelle für körperlich behinderte Menschen und Tiere, welche von der anderen Seite einfach nicht wahrgenommen werden. Ich bin zwischen beiden, sitze in meiner Rikscha und beobachte…

Am India Gate gibt es dann wieder alles… neu/alt, reich/arm, westlich/traditionell, aber in einem sind sie alle gleich: Sie sehen nur sich, nicht die anderen, denken nicht an andere, wollen die ersten und einzigen sein. Herzlich willkommen in einer 18 Millionenstadt, welche gefühlte 17 Millionen Egoisten beherbergt und keiner merkt es, weil keiner nachdenkt, selbstdenkt. Aber so funktioniert es eben, wie ein Fischschwarm, auf seine eigene Weise, jedeR ist austauschbar, der Wunsch nach Individualität muss noch geweckt werden und und und.

What?! An einer Mauer ist ein Graffiti! Erwachende Individualität, Neues begehren, Veränderung herbeirufen! Ich muss grinsen und denke mir: Ach Dilli…! Und fahre weiter, grinsend und mich wundernd…


Montag, 8. November 2010

Kühe.

Wenn man jetzt mal ganz ehrlich ist, sind neben den Straßenhunden und alten Sadus, Kühe das genialste überhaupt. Überall, in allen Formen und Farben. Groß, klein, rund, schmal, schokobraun bis chinchillafarben, schlafend, kauend, gemütlich wandelnd. Oh sie sind einfach überall, immer präsent, meistens im Weg. Es heißt: Kuh oder Mensch, und ja, die Kühe gewinnen. Die größten Chiller auf der Welt, nahezu nie aus der Ruhe zu bringen, zu kuhl für die Welt und das Beste auf jedem Photo.




Lost in Paradise?!

Ich habe nun die mit wichtigsten spirituellen, magischen Orte besucht: Varanasi, Haridwar, Rishikesh oder auch Manali, aber gefunden habe ich die Spiritualität immer noch nicht. Deswegen: Fragen wir einmal Wikipedia, denn vielleicht war es ja die ganze Zeit nur ein dummes Missverständnis…?! Kurz nachgeschlagen und alles zusammengefasst, kommt Spiritualität aus dem lateinischen (spiritus – welch Wortwitz) und bedeutet so viel wie Geist oder Hauch. Ein wenig modernisiert, in das Hier und Jetzt eingebunden und im weiteren Sinne verstanden, bezieht sich Spiritualität auf Geistigkeit. Nehmen wir es noch ein wenig ernster, bezieht es sich auf Geistliches in spezifisch religiösem Sinne. Und wenn man schon einmal dabei ist, kommt man auch ganz schnell zum Jenseits, der Unendlichkeit – welcome to Nirvana?! Versteht man Spiritualität nun in diesem Sinne, bin ich ja noch weiter davon entfernt, als vorher gedacht… Versuchen wir es mit dem Magischen, aber nicht jenem, bei dem wilde kleine Zauberer in westlicher Kleidung Zauberstäbe schwingen, sondern jene, welche wohl von Rishikesh und Co. auszugehen scheint. Diese besagt, dass Menschen von übernatürlichen Dingen beeinflusst werden und diese auch noch veschiedenste Ereignisse bestimmen können. Wild.

Gut, nach der Theorie kommt die Praxis. Von der Spiritualität ist es nicht weit, bis zur Selbst-Werdung, wie man so schön sagt, dem Finden des neuen Ichs. Möglichst spirituell, angenehm und effektiv funktioniert dies durch Yoga und Meditation. Gut, gar keine Frage, dass ist bestimmt möglich, macht Spaß und hilft. Aber jetzt das „aber“ an der ganzen Sache: Warum gerade in Rishikesk?! Die meisten dort lebenden InderInnen machen ein Geschäft aus Allem, denn die Selbstfindungstrip-Touristen zahlen ja für alles sehr gern, so lang ihnen gesagt wird, dieses oder jenes ist heilig, hilft zu neuer Energie oder hilft, den Geldbeutel, und somit das Gewissen, zu erleichtern. Wer weiß. Ich für meinen Teil glaube jedenfalls, dass Riskikesh ein Ort ist, welchen sich irgendwann einige Nicht-InderInnen ausgewählt haben, um sich auszuleben, dem Kind einen Namen zu geben, selbst die Heiligkeit zu schaffen o. ä. Ich weiß es nicht genau, aber komisch ist es schon… Nebenbei sei angemerkt, dass Riskikesh für die meisten InderInnen einfach mal der Ort zum Nichtstun oder raften ist…

Tja und Varanasi?! Selbst Aravind Adiga schreibt in seinem Bestseller „Der weiße Tiger“, dass man diese Stadt eher den amerikanischen Touristen lassen sollte. Ja, so unglaublich religiös geprägt und unglaublich faszinierend alles dort ist, drückt der überkommende Tourismus aller Art diese mögliche Magie des Ortes.

Ich glaube eher, dass diesen Orten ihre wirkliche Spiritualität verloren gegangen ist und nun eine neue aufgedrückt wurde, die leichter zu empfangen ist und die wahre Spiritualität und Magie Indiens versteckt sich meiner Meinung nach nicht ohne Grund fern von allen Massen in den kleinsten Winkeln dieses großes Landes und will entdeckt werden...

Haridwar & Rishikesh.

Verlaufen, falsch abgebogen, andere Welt betreten?! Wer weiß, jedenfalls sind die kleinen Städtchen, Haridwar und Rishikesh, mal ganz anders. Zunächst einmal liegen beide vor den Bergen und nicht in den Bergen, was schon mal überraschend war, dann ist es nicht kalt, sondern wärmer als in Delhi und im großen und ganzen, passten wir 2 gar nicht so richtig in die Masse an „Touristen“…

Aber was wäre denn sonst noch anders?! Fangen wir einmal mit Haridwar an – ein kleines Stückchen Erde am Ganges, heiliger als der Vatikan und nicht übermäßig einladend. Dennoch, es hat eine wirklich schöne Pooja am Abend, es ist weitläufiger als Varanasi, sauberer und weniger gestresst. Es bietet dennoch nicht viele Möglichkeiten, länger zu verweilen, also schnell noch viele schöne Bilder machen und dann ab in die Rikscha gen Rishikesh!


„Hello Rishikesh“ sangen schon die Beatles und nun dachten wir uns auch: Komm, auf geht’s! Seit den 70ern von allen Menschen der Welt besucht, zur Kult- und einzig wahren Stätte für Yoga ernannt, angeblich von Spiritualität und Magie erfülltem Ort der freien Liebe und Erleuchtung und allerlei anderem sollte dieser nun auch nicht vor uns verschont bleiben. Und ja, ich kann im Voraus sagen: wir leben alle noch und sind unversehrt!


Zwischen unzähligen Aschren, Meditations- und Yoga-Plätzchen sollten wir demnach die nächsten Tage weilen. Zwischen heiligen Kühen, heiligen Sadus und neben dem noch viel heiligeren Ganges durften wir nun heilige Luft schnuppern. Zwischen all diesen heiligen Aspekten und unglaublich amüsanten Yogis in weiß aus Europa mit Bindis auf der Stirn und kurz vor der Scheinerleuchtung stehend, viel das Atmen doch häufig in Lachen aus. Dieses Lachen ist aber keinesfalls mit dem zufriedenen Grinsen der Meditations- und Yogaglücklichen zu verwechseln! Nein nein.

Oh es ist toll in Rishikesh die Zeit vorbeistreichen zu lassen, Sadus anzugrinsen, Kühe zu streicheln und andere zu beobachten. Man sieht die frisch Verlassenen, die spontan Verliebten, die Selbstfinder und Weltvergessenden finden in Rishikesh neue Kraft, neues Lebensgefühl, den Mann oder die Frau für eine Nacht, sich selbst und alles im Grunde alles, was geht, wenn man nur will. So diese Menschen. Ich für meinen Teil habe diese Menschen gefunden, allesamt bringen mich zum Staunen und schmunzeln, aber auch beeindruckende Sadus, heilige Gangessteine und das weltbeste Getränk: Lemon Mint Juice, aber keine Magie oder Spiritualität. Schade?! Wer weiß…

Montag, 18. Oktober 2010

Window on the right side please.

Ist man in Nepal und muss wieder zurück nach Delhi, gibt es einen wichtigen Aspekt, welchen man niemals vergessen sollte.

Ja in Nepal gibt es keine Züge und ja, man sollte müsste könnte fliegen. Und ja! Man muss fliegen! Aber bitte: Rückflug Fenster rechts! Zum einen sieht man Kathmandu noch einmal recht schön in seiner Eigenart, aber zum einen wartet man eh nur auf die bald sichtbaren Berge. Und mit Bergen werden hier die 8-tausender gemeint, welche ihre Gipfel über den Wolken in voller Sonnenpracht erscheinen lassen. Eine ganze Kette von Faszination, auf Augenhöhe mit den höchsten Naturgewalten der Welt, auf dem Dach der Welt, höher und besser geht es demnach nicht und dann. BAM! Der Mount Everest, der Höchste, der Bekannteste, der Schönste ist schwer zu sagen, eben einfach der Mount Everest. Sagen umwogen, faszinierend auf seine eigene Art und Weise und einfach so nah und da…!




Kathmandu. So schön.

Oh wie fabelhaft, ja fabelhaft! Auf nach Nepal, mitten in den Himalaya, wenn auch nicht so hoch gelegen, rein nach Kathmandu! Dachte ich doch, dass Nepal nicht so verschieden zu den hügeligen Regionen in Indien sein kann, sind die Menschen doch wesentlich offener und irgendwie moderner in Bezug auf die Kombination von Kultur und täglichem Leben oder auch gegenüber AusländerInnen, wie meine eins…
Ich konnte also von früh bis spät frei umher wandeln, Zeit genießen, Leute beobachten und angrinsen, fotografieren ohne mich komisch zu fühlen und ich sage es gern noch einmal, da es mir doch des Öfteren sehr fehlt: frei umher wandeln und das allein. Toll! Ich konnte also einmal quer durch die Stadt, hoch auf eine Stupa, wie ins Getümmel der Altstadt und und und. Fein.
Man läuft demnach, je nach Schrittgeschwindigkeit, Minuten oder Stunden durch enge verwinkelte Straßen, welche den Weg zwischen uralten, bunt bemalten, hohen und verzierten, mit winzigen Eingängen versehen Häuschen bahnen. Aus den kleinsten Ecken tönt buddhistische Medidationsmusik, Kinder lassen Drachen steigen und überall gibt es frischen Ingwer, Knoblauch und Früchte der Saison zu kaufen. Schritt für Schritt läuft man nach oben, vergisst Zeit und Ort, lässt sich von der Umgebung tragen und sieht irgendwann eine unglaublich farbenfrohe Stupa vor sich auftauchen. Stufe für Stufe und Treppe für Treppe geht es nach oben – vorbei an goldenen und bunten Buddha-Statuen, vielen Äffchen und Affen und Mönchen. Die Stupa an sich ist dann eine wundervolle Anlage, voll von kleinen Tempeln, der Stupa mit den Augen Buddhas, Hunden und Affen, tollen Klängen und Gerüchen und irgendwelchen unsichtbaren Schwingungen, die ein Gefühl der Zufriedenheit hervorrufen. Einfach nur da sitzen, den Wind genießen, die Mönche beobachten und an nichts denken. Wundervoll.


Und dann die Altstadt und Patan, Lalitpur – ein Traum. Man denkt sich nichts, läuft um eine Ecke und ein riesiger Platz voll mit Tempel taucht auf einmal auf. Alle aus Holz, überall Räucherstäbchen und Menschen, welche diese Plätze als Treffpunkt, Erholungspunkt oder ähnliches nutzen und die Abendstunden genießen. Friedliches Treiben inmitten von religiösen Bauten ohne einen Anspruch auf Religiosität – so der Anschein.


… und bei alle dem ist die Stadt vom Himalaya umgeben, sicher in einem kleinen Tal und offen für die umgebende Natur mit all ihren Facetten und Eigenarten, die entdeckt werden wollen.

Manali

Ein Katzensprung auf der Landkarte und nur 17 Stunden Busfahrt von Delhi entfernt, liegt im Kullu-Tal das kleine, aber feine Manali. Mehr Touristen als Einwohner, mehr Restaurants als Supermärkte, mehr Selbstfindungsmöglichkeiten als Auskunftsmöglichkeiten und Berge! Überall Berge in den verschiedensten Vegetationszonen – von Palmen bewachsen, über Alpenflair bis hin zu schneebedeckten Gipfeln, lässt sich alles finden.



Aber warum denn nun gerade Manali?! Ja, es steht sowohl im Lonely Planet, als auch im Stefan Loose und ist somit schon längst kein Geheimnis mehr, aber es ist einfach der Beginn in die richtigen Berge, Beginn der zweithöchsten Straße im Himalaya, Startpunkt für Wanderungen und Trekking-Touren und Auffangstation für Althippies, Möchte-gern-Hippies, Menschen auf der Suche nach Erleuchtung (Wie kann man in einer Touristenstadt sein neues Selbst finden?), hängen gebliebene Backpacker, und uns - raus aus der Großstadt, rein in die Natur.
Und ja, welch Natur es doch gibt! An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass wir auf unserer „Wanderung“ wohl bisher unberührtes Gebiet betreten haben und an dieser Stelle noch nie jemand nach Erleuchtung gesucht hat; schlecht für jene, waren wir doch weg von allem, allem und jedem – nur die Kühe blieben uns treu. Frei bewegen, saubere Luft, keine Menschen – schön, einfach schön.
Ansonsten ist es aber faszinierend, wie die alteingesessenen Einwohner Manalis ihren gewohnten Alltagstrott zwischen den ganzen Halbspirituellen nachgehen können, Heu machen, Tücher weben, im Mist rumkrabbeln, und einfach nichts machen… Was soll man aber auch mitten in den Bergen machen? Wandern ist für Einheimische zu anstrengend und Natur ist im Allgemeinen ja eh gefährlich, außer es ist ein Zaun darum und alles andere ist zu suspekt oder zu teuer. Dennoch. Ich denke die Menschen leben ihr Leben auf ihre Weise in wirklich vollen Zügen und schauen einfach, wie das Wetter wird. Gelassenheit, die in der Großstadt fehlt, sollte man sich hier in Massen zum Sparpreis mitnehmen.



Freitag, 1. Oktober 2010

Eine Zugfahrt, die ist...

Ja, auch diesem Teil des indischen „Jubel.Trouble.Heiterkeit“s-Leben sollten ein paar Zeilen gewidmet sein, nimmt es doch nicht wenig Zeit in Anspruch. Zug fahren. Fahren, um von A nach B zu kommen, um die Landschaft kennen zu lernen, seine Nerven zu testen, zu schlafen und vieles mehr. Es ist immer wieder eine Art Überraschungs-Ei: Man weiß, dass man es bekommt, aber wann ist die eigentliche Frage, als Äquivalent zur ach so leckeren Schokolade nehmen wir die Tatsache, dass es immer sehr viel Essen gibt, es immer komisch riechen mag, immer viele Menschen auf wenig Sitzen Platz finden und man weniger trinken mag, um weniger auf die Toilette zu müssen. So sicher, wie man sich der Schokolade beim Ü-Ei sein kann, kann man sich diesen Dingen beim Zug fahren. Tja und dann die eigentliche Überraschung… oh ja. Wie wird denn die Fahrt wohl werden; was wird sie beinhalten, was wird passieren?! Spannend?! Irgendwie schon. Werden riesige Strahleaugen kleiner Kinder zum Grinsen auffordern, wird eine Familie einen zum Mitessen animieren, wird man angestarrt wie ein Tier im Zoo, das erste Marsmännchen beim Kaffee der Queen oder eben wie eine Europäerin…? Wer weiß das schon. Man weiß also nie, wie witzig, interessant, nervig, unangenehm, entspannend, … eine Fahrt werden wird – die Überraschung eben. Und jedes Ü-Ei besitzt ja auch eine Art Folie, die es umschließt, eine sichere Hülle, irgendwann weg und dennoch da. Ja, um die Züge herum erstreckt sich eine unglaublich weite Landschaft, kleine Dörfer mit Unmengen Kühen, kleinen spielenden Kindern, Frauen auf dem Feld, Büffel im Wasser, grüne Wiesen, kahle Berge und irgendwann ist man wieder in einer Stadt und die Landschaft ist weg, aber man weiß ja, dass sie da ist…


Jedenfalls mag man, ebenso wie ein Ü-Ei, immer wieder eine neue Zugfahrt genießen: sehen was kommt, abwarten was passiert und gespannt auf all dies warten...

Mittwoch, 22. September 2010

Varanasi

Nach einer Nacht im Zug sollten wir nun endlich die heiligste Stadt der Hindus – Varanasi – erreichen. Unglaubliche Schwüle, gleich einsetzender Regen und Menschen über Menschen redeten auf uns und alle anderen Ankömmlinge ein. Stop Halt Warten – ich möchte bitte erst einmal ankommen. Danke.


Varanasi sollte sich also als ein unglaublich chaotisches, verwinkeltes, aus winzigen Gassen, in denen es nicht selten heißt: Kuh oder Mensch, bestehendes Städtchen am Ganges erweisen. Ruhe scheint ein Fremdwort zu sein und hinter jeder Ecke entsteht eine neue kleine Welt. Es ist schwer zu beschreiben, ob dies beeindruckend und toll oder eher nervig und anstrengend sein soll, aber diese Interpretation sei jedem Menschlein selbst überlassen. Und dann der Ganges – eher einem See oder mindestens der Mündung ins Meer ähnelnd, erstreckt er sich während der Monsoonzeit auf eine unglaubliche Breite, die sogar Teile der ghats am Ufer verschluckt. An den ghats herrscht dennoch ein reges Treiben, wenn es um die heiligen Waschungen, das simple Waschen der Kleidung oder allabendlich der Puja geht. Jeden Abend gedenkt man durch Gesänge, Kerzen und Feuer der Verstorbenen – eines der wichtigsten hinduistischen Rituale; doch in Varanasi von Touristen gestört, wie ich finde… Anders jedoch die täglichen ununterbrochenen Verbrennungen – ein Alltagsbild in Varanasi: Männermengen laufen singend durch die Gassen und umgeben mehr oder minder eine Trage unter welcher der/die Verstorbene, unter einem rot-gelb mit KlimBim behangenen Etwas und sonstigem Allerlei, aufgebahrt ist, zur Verbrennungsghat. Unmengen Holz, Tücher gegen den Geruch und Warten. Nicht nur wegen dem Rauch wird wohl der Sinn nach reden genommen, vielmehr schreckt die Vorstellung davon ab zu wissen, was gerade wenige Meter entfernt passiert. Es ist einfach unheimlich religiös und bringt den/die VerstorbeneN direkt ins Nirvana - dem Glauben nach. Der Anblick der Hunde im flachen Ganges, welche zwischen Allem etwas Fressbares suchten und schnell fanden, relativiert die ganze Zeremonie für mich jedoch um Einiges und erinnert daran, was im Ganges wohl alles so zu finden wäre…

Doch es gibt noch andere Seiten Varanasis – zum Beispiel ist es im Grunde nur ein großes Dorf und es nicht unwahrscheinlich, dass man verschiedene Menschen immer wieder trifft. Diese helfen, sich zurecht zu finden, wollen alles zeigen, unterstützen jeden in den verschiedensten Unternehmungen, aber nerven eben auch auf ihre Art und Weise. Immer und überall präsent, ständig um einen herum und sie nehmen nahezu die Luft zum Atmen, aber so läuft es wohl – Fremde verlaufen sich und werden gefunden und nur schwer wieder losgelassen. Macht doch aber das Verlaufen auch so viel Spaß, da man so unglaublich viele tolle Ecken mit dem sinnlosesten und unnützesten Allerlei, was Indien zu bieten hat. Wunderbar.


Montag, 30. August 2010

Jaipur.






Ein Einblick in die Anfänge der Wüste – Staub, Kamele und Bauten der alten Moguln. Jaipur. Eine, im Vergleich zu Delhi gesehen, kleine ruhige Stadt, welche auf Touristen, Schmuckliebhaber und essensfreudige Menschen aus ist. Schlepper hier und da, sich als SightseeingTour ausgebende Taxifahrer und Stadtführer an dieser und jener Ecke versuchen händeringend die meisten Touristen zu ergattern und ihnen ihre Hilfe anzubieten.
Besitzt die Stadt an sich doch eher weniger ansprechende Aspekte, beinhaltet die Rosarote Stadt, also die Altstadt, das Hawa Mahal, die Jama Majid, Tempel und allerlei mehr Dinge, die entdeckt werden wollen. Schön. Anders. Sehenswert. Mehr als dies, beeindruckt dennoch das Amber Fort, welches am Berg gelegen, alle Blicke zu sich zieht. Geschaffen für den Maharadscha, lässt es seine Besucher verstummen – zum Einen auf Grund des unsympathischen Anstieges und zum Anderen durch seine Größe. Man hatte nun also die Gelegenheit bei seltenem mörderischen Sonnenschein, das vor zu erklimmen – hat sich jedoch der Kreislauf zu früh gemeldet und die ganze Sache spontan verkürzt. Blieb also mehr Zeit, die indischen Jugendlichen zu beobachten, die von den Mauern in den See sprangen, große schnelle Affen, oder andere Touris zu beobachten...

Sonntag, 22. August 2010

Old Delhi

Es liegt im Norden, beherbergt Menschen- und Tiermassen der muslimischen Tradition und ist, sagen wir, anders. Bevor man Old Delhi wirklich betreten hat, riecht man es schon, kann erahnen, was passieren wird und lässt einen leiser werden. Es riecht nach allem, nach verfaultem Obst und Gemüse, verdorbenen Fleisch, Schweiß, Kot und Urin von Mensch und Tier, gekochtem und gebratenem Irgendwas, Räucherstäbchen, komischer Seife und den Ausdünstungen, wenn Menschen und Tier auf engstem Raum leben...


Es ist laut, Dinge werden angepriesen, Bettler hoffen auf ein paar Rupie, Europäer werden verarscht, angestarrt und wirken irgendwie unrealistisch an diesem grauen, dreckigem, chaotischen Platz in Delhi. Willkommen im Orient. In Asien. Schupsen und Drängeln zu den schönsten Stoffen, besten Früchten, klebrigsten Süßigkeiten, verkohltestem Mais. Ja, es ist anders, aber faszinierend, anstrengend und man wird zu einem Teil des Menschenflusses, beobachtet von Affen auf Dächern und Kabeln, Ziegen zwischen den Menschen und großen dunklen Augen um dich rum.

Ein Platz, der alles zu besitzen und zu verkaufen zu scheint, was es gibt, neben Ziegenköpfen und rupfbereiten Hühnern werden frische Papayas in den Himmel gelobt, schöne Frauen kaufen bunte Stoffe für eine neue Kurta und ein Happen Irgendwas passt immer rein.

Ein Ort, an dem tausende Wünsche und Hoffnungen dicht an dicht leben und wirken und einer, welcher unbekannte Geheimnisse in seinen Nebenstraßen bereit hält...





Mittwoch, 18. August 2010

Malum Malum Monsoon...

Sommerregen, ja es ist doch nur Regen im Sommer... Aber eben ein wenig anders, bösartiger und präsenter! Er kündigt sich ewig an, versteckt sich hinter dicken weißen Wolken und irgendwann bricht er aus ihnen heraus. Unaufhaltsam, alles mitreißend – auch die Schwüle – und verwandelt Straßen in Flüsse, Plätze in Seen. Blumen verschwinden, Menschen erscheinen hilflos und winzig und man kann nicht sagen, ob man sich freuen, oder weinen soll…
Mit sich ziehend, bringt er unentdeckte Dinge zum Vorschein, spült Geliebtes davon und bereitet Malaria einen Weg, um anzudocken. Nicht nass zu werden, erscheint unmöglich, eine Ironie des Schicksals und Sarkasmus der langen Trockenheit.
Doch ebenso faszinierend erscheint dieses alljährliche Phänomen. Plötzlich, unumgänglich und alles beeinflussend. Herrschend. Und mittendrin eine Rikscha; sich den Weg von A nach B suchend…


Mittwoch, 11. August 2010

Einen schönen guten Abend wünsche ich!


Thik hai...

Eigentlich sagt man hier "Thik hai", wenn etwas im positiven Sinne "Fein" ist, aber ein bisschen Ironie hat ja bekannter Weise noch niemandem geschadet.
Dachte ich mir also: Komm machste mal einen "Tourie"-Tag und gehst mit Kamera, Stadtplan bzw. Reiseführer Richtung CP um Dieses&Jenes zu kaufen. Doch hat die bittere Realität meine kleine naive Hoffnung, allein und unbeschadet umherlaufen zu können, in rasend schneller Zeit einfach aufgefressen. Kamera eingepackt, Stadtführer unauffällig in die Seitentasche und möglichst unauffällig und dabei so tun, als wäre es das normalste auf der Welt, einfach weiter schwitzen... Liebe Mitmenschen: Das hilft alles nichts! Man wird angequatscht, angeglotzt, angequatscht, ... und das in Dimensionen, die nicht mehr fein sind...
Ich hab dann irgendwann die Rikscha genommen, da ich zum einen einfach klitsch nass von meinem 15-minütigem Versuch unbemerkt umherlaufen zu können und zum anderen wollte ich einfach nur ganz schnell ans Ziel. Und um nun dennoch mit den Worten meines Reiseführers zu sprechen: Ich habe meinen Rikschafahrer des Vertrauens gefunden! Er hat mich überall hingebracht, beim Übersetzen geholfen, Tipps gegeben und am Ende meinte er, ich soll das an Rupien geben, was ich mag. Oha, ja, so etwas kann es auch geben.
Aber dieses Viertel wo ich war... puh... dachte ich doch, der CP wäre das Zentrum - ja ist es auch irgendwie, aber man sieht nichts davon - es wird gebaut, gebaut, gebaut und etwas außerhalb vom Zirkel befindet sich das größte "Bazar"-Chaos, was ich jemals gesehen habe... Was hier weitgehend als Shop bezeichnet wurde, waren kleine Buden, wo etwa 2-4 Personen Platz finden, alles war Ton in Ton und die Menschenmassen sind eine Art Inventar des Ganzen. Kurz um: irgendwann war ich einfach nur noch genervt, hab mir was zu Essen geholt, dabei sich meine Laune schnellsten bessert und bin zurück. Achja, ha, das Erlebnis schlecht hin: Ich brauchte Passbilder. Was für ein Erlebnis... Ich komme also in eine Bude und der Photograoh zeichnete sich dadurch aus, eine DigiCam, PC, Drucker und - ganz wichtig - einen blauen Vorhang vor der Hintertür zu haben. Hinzu nehme man jetzt noch mein entnervtes Gesicht, nahazu komplett nasse Haare (wie gut, dass der Fahrtwind noch dazwischen kam...) und man hat die perfekten indischen Passbilder. Wahnsinn.

[Trommelwirbel] Ich habe zwei Elephanten in voller Eleganz und Geschmeidigkeit auf der Straße, mitten im Verkehr, gesehen! Oh ja und später auch noch Paviane in einer Mülltonne, jaja. Aber diese Elephanten, so toll. Da hab ich mich erstmal gefreut, wie ein kleines Kind über Zuckerwatte...!

Donnerstag, 5. August 2010

Angekommen.

Namaste!

Ja nun bin ich bereits seit einigen Tagen in New Delhi und erfreue mich der wunderbaren Monsunzeit. Feuchtfröhlich, 24 Stunden täglich und die Sonne habe ich noch nicht einmal gesehen... Vielleicht liegt es aber auch daran, dass so viele InderInnen die Sonne im Herzen tragen und während dieser Jahreszeit einfach nicht genug Platz für alle ist. Genug Platz hat Delhi, oder auch gern Dilli, eh nicht… Gefahren wird da wo Platz ist und ich habe noch keine Ahnung, wozu es überhaupt Fahrbahnbegrenzungen oder weiße Linien, die in Europa ein ungemein hohes Maß an Beachtung finden, gibt. Zusätzlich läuft man als Fußgänger natürlich nicht auf dem Fußweg, sondern ebenfalls auf der Straße. Anders geht es eh nicht, werden Fußwege doch als Schlafplatz, Open-Air-Toilette genutzt oder ständig neu gepflastert. Ich gehe also mit dem Sog, beachte keine Regeln der StVO o.ä. und sage mir, dass die anderen auch warten können. Das Leben kann so simpel sein, wenn du von A nach B gehen willst, dann gehst du eben und lässt dich von nichts und niemanden aufhalten. Punkt. Ja das Leben kann auch so chaotisch sein, so dreckig und von Männern dominiert. Überall, ja überall gibt es scheinbar nur Männer. Unglaublich und anstrengend. Würde ich doch gerne breit grinsend, nach vorn gerichtetem Blick und schlendernd durch die Straßen laufen, aber nein… Ich fahre lieber den einen oder anderen Gang zurück und erspare mir so Einiges…
Oh und bevor ich es vergesse: Es ist Kadamon! Frischer Kadamon in seiner Reinheit! Mein erstes Highlight der indischen Snacks. Wozu Kaugummi, wenn man Kadamon kauen kann?! Jaja. Aber egal was es auch ist, es ist lecker, ist scharf und schmeckt neu und anders und einfach nur gut. Wie praktisch, dass InderInnen immer essen könnten und man somit immer und überall an eine neue Errungenschaft ergattern kann. Thik hai.
Die indischen Elephanten verstecken sich übrigens immer noch zu gut und ich habe bisher keinen gefunden, aber irgendwann werden ihre verstecke auch von mir entdeckt werden – jawohl! Die Kühe waren dahingegen nicht so schlau und konnten bereits in der ersten Stunde meines Daseins in Delhi begutachtet werden. Ein Traum.


Und nicht vergessen: Immer schön lächeln und schauen was passiert.

Samstag, 31. Juli 2010

Zwischenstop in Dubai.

Müde wie ich es sein sollte, sitze ich gerade zwischen faszinierenden Pfadfinderinnen und beobachte. Beobachte die Crew um mich herum, die Menschen mit ihren Koffern und Problemen und natürlich den Screen der "Flight Information". Nachdem der Frankfurter Flughafen meinen Flug nach Dubai nicht offiziell kannte, gibt es nun in Dubai zwar einen Flug nach New Delhi, aber noch lange kein passendes Gate. Wahnsinn. Unglaublich. Ermattend. Ich kenne nun dafür die unglaubliche Freundlichkeit und den miesen trockenen Humor der Dubaianer (nennt man sie so?!) Mein Laptop wird angemacht um über mein Bildchen zu lachen, mein Piercing sollte ich um diese Uhrzeit rausnehmen und einfach noch 3 Stunden warten bis jemand ein Gate für den nächsten Flug findet. Nichts desto trotz habe ich ja meine Mädels um mich rum, auch wenn sie nur darauf warten, dass ihre Handys wieder einen vollen Akku besitzen...
Beim Schreiben sehe ich mich übrigens in den Marmorfließen, in den Glitzi-Glitzi-Wänden, in diversen Spiegeln und überhaupt. Beinahe spätrömisch...
Bevor ich jetzt aufbreche und mich in das wilde Dubaier-Flughafen-Nachtleben zu stürzen noch eine Aufgabe an die Welt: Es sieht aus wie eine verkümmerte Stachelbeere ohne Stacheln, besitzt eine Kaukonsistenz eines Gerstenkorns, ist wohl ein Gewürz, beihaltet eine Geschmacksexplosion von Brise-One-Touch bis Koriander und darf einfach in keiner Küche fehlen. Noch kenne ich dieses Etwas nicht mit Namen oder persönlich, würde mich aber freuen, wenn jemand es schaffen würde, uns beide näher zu bringen. ;)

...Der Flug nach Delhi ist immer noch gatelos...