Montag, 18. Oktober 2010

Manali

Ein Katzensprung auf der Landkarte und nur 17 Stunden Busfahrt von Delhi entfernt, liegt im Kullu-Tal das kleine, aber feine Manali. Mehr Touristen als Einwohner, mehr Restaurants als Supermärkte, mehr Selbstfindungsmöglichkeiten als Auskunftsmöglichkeiten und Berge! Überall Berge in den verschiedensten Vegetationszonen – von Palmen bewachsen, über Alpenflair bis hin zu schneebedeckten Gipfeln, lässt sich alles finden.



Aber warum denn nun gerade Manali?! Ja, es steht sowohl im Lonely Planet, als auch im Stefan Loose und ist somit schon längst kein Geheimnis mehr, aber es ist einfach der Beginn in die richtigen Berge, Beginn der zweithöchsten Straße im Himalaya, Startpunkt für Wanderungen und Trekking-Touren und Auffangstation für Althippies, Möchte-gern-Hippies, Menschen auf der Suche nach Erleuchtung (Wie kann man in einer Touristenstadt sein neues Selbst finden?), hängen gebliebene Backpacker, und uns - raus aus der Großstadt, rein in die Natur.
Und ja, welch Natur es doch gibt! An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass wir auf unserer „Wanderung“ wohl bisher unberührtes Gebiet betreten haben und an dieser Stelle noch nie jemand nach Erleuchtung gesucht hat; schlecht für jene, waren wir doch weg von allem, allem und jedem – nur die Kühe blieben uns treu. Frei bewegen, saubere Luft, keine Menschen – schön, einfach schön.
Ansonsten ist es aber faszinierend, wie die alteingesessenen Einwohner Manalis ihren gewohnten Alltagstrott zwischen den ganzen Halbspirituellen nachgehen können, Heu machen, Tücher weben, im Mist rumkrabbeln, und einfach nichts machen… Was soll man aber auch mitten in den Bergen machen? Wandern ist für Einheimische zu anstrengend und Natur ist im Allgemeinen ja eh gefährlich, außer es ist ein Zaun darum und alles andere ist zu suspekt oder zu teuer. Dennoch. Ich denke die Menschen leben ihr Leben auf ihre Weise in wirklich vollen Zügen und schauen einfach, wie das Wetter wird. Gelassenheit, die in der Großstadt fehlt, sollte man sich hier in Massen zum Sparpreis mitnehmen.



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