Sonntag, 22. August 2010

Old Delhi

Es liegt im Norden, beherbergt Menschen- und Tiermassen der muslimischen Tradition und ist, sagen wir, anders. Bevor man Old Delhi wirklich betreten hat, riecht man es schon, kann erahnen, was passieren wird und lässt einen leiser werden. Es riecht nach allem, nach verfaultem Obst und Gemüse, verdorbenen Fleisch, Schweiß, Kot und Urin von Mensch und Tier, gekochtem und gebratenem Irgendwas, Räucherstäbchen, komischer Seife und den Ausdünstungen, wenn Menschen und Tier auf engstem Raum leben...


Es ist laut, Dinge werden angepriesen, Bettler hoffen auf ein paar Rupie, Europäer werden verarscht, angestarrt und wirken irgendwie unrealistisch an diesem grauen, dreckigem, chaotischen Platz in Delhi. Willkommen im Orient. In Asien. Schupsen und Drängeln zu den schönsten Stoffen, besten Früchten, klebrigsten Süßigkeiten, verkohltestem Mais. Ja, es ist anders, aber faszinierend, anstrengend und man wird zu einem Teil des Menschenflusses, beobachtet von Affen auf Dächern und Kabeln, Ziegen zwischen den Menschen und großen dunklen Augen um dich rum.

Ein Platz, der alles zu besitzen und zu verkaufen zu scheint, was es gibt, neben Ziegenköpfen und rupfbereiten Hühnern werden frische Papayas in den Himmel gelobt, schöne Frauen kaufen bunte Stoffe für eine neue Kurta und ein Happen Irgendwas passt immer rein.

Ein Ort, an dem tausende Wünsche und Hoffnungen dicht an dicht leben und wirken und einer, welcher unbekannte Geheimnisse in seinen Nebenstraßen bereit hält...





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