Montag, 30. August 2010

Jaipur.






Ein Einblick in die Anfänge der Wüste – Staub, Kamele und Bauten der alten Moguln. Jaipur. Eine, im Vergleich zu Delhi gesehen, kleine ruhige Stadt, welche auf Touristen, Schmuckliebhaber und essensfreudige Menschen aus ist. Schlepper hier und da, sich als SightseeingTour ausgebende Taxifahrer und Stadtführer an dieser und jener Ecke versuchen händeringend die meisten Touristen zu ergattern und ihnen ihre Hilfe anzubieten.
Besitzt die Stadt an sich doch eher weniger ansprechende Aspekte, beinhaltet die Rosarote Stadt, also die Altstadt, das Hawa Mahal, die Jama Majid, Tempel und allerlei mehr Dinge, die entdeckt werden wollen. Schön. Anders. Sehenswert. Mehr als dies, beeindruckt dennoch das Amber Fort, welches am Berg gelegen, alle Blicke zu sich zieht. Geschaffen für den Maharadscha, lässt es seine Besucher verstummen – zum Einen auf Grund des unsympathischen Anstieges und zum Anderen durch seine Größe. Man hatte nun also die Gelegenheit bei seltenem mörderischen Sonnenschein, das vor zu erklimmen – hat sich jedoch der Kreislauf zu früh gemeldet und die ganze Sache spontan verkürzt. Blieb also mehr Zeit, die indischen Jugendlichen zu beobachten, die von den Mauern in den See sprangen, große schnelle Affen, oder andere Touris zu beobachten...

Sonntag, 22. August 2010

Old Delhi

Es liegt im Norden, beherbergt Menschen- und Tiermassen der muslimischen Tradition und ist, sagen wir, anders. Bevor man Old Delhi wirklich betreten hat, riecht man es schon, kann erahnen, was passieren wird und lässt einen leiser werden. Es riecht nach allem, nach verfaultem Obst und Gemüse, verdorbenen Fleisch, Schweiß, Kot und Urin von Mensch und Tier, gekochtem und gebratenem Irgendwas, Räucherstäbchen, komischer Seife und den Ausdünstungen, wenn Menschen und Tier auf engstem Raum leben...


Es ist laut, Dinge werden angepriesen, Bettler hoffen auf ein paar Rupie, Europäer werden verarscht, angestarrt und wirken irgendwie unrealistisch an diesem grauen, dreckigem, chaotischen Platz in Delhi. Willkommen im Orient. In Asien. Schupsen und Drängeln zu den schönsten Stoffen, besten Früchten, klebrigsten Süßigkeiten, verkohltestem Mais. Ja, es ist anders, aber faszinierend, anstrengend und man wird zu einem Teil des Menschenflusses, beobachtet von Affen auf Dächern und Kabeln, Ziegen zwischen den Menschen und großen dunklen Augen um dich rum.

Ein Platz, der alles zu besitzen und zu verkaufen zu scheint, was es gibt, neben Ziegenköpfen und rupfbereiten Hühnern werden frische Papayas in den Himmel gelobt, schöne Frauen kaufen bunte Stoffe für eine neue Kurta und ein Happen Irgendwas passt immer rein.

Ein Ort, an dem tausende Wünsche und Hoffnungen dicht an dicht leben und wirken und einer, welcher unbekannte Geheimnisse in seinen Nebenstraßen bereit hält...





Mittwoch, 18. August 2010

Malum Malum Monsoon...

Sommerregen, ja es ist doch nur Regen im Sommer... Aber eben ein wenig anders, bösartiger und präsenter! Er kündigt sich ewig an, versteckt sich hinter dicken weißen Wolken und irgendwann bricht er aus ihnen heraus. Unaufhaltsam, alles mitreißend – auch die Schwüle – und verwandelt Straßen in Flüsse, Plätze in Seen. Blumen verschwinden, Menschen erscheinen hilflos und winzig und man kann nicht sagen, ob man sich freuen, oder weinen soll…
Mit sich ziehend, bringt er unentdeckte Dinge zum Vorschein, spült Geliebtes davon und bereitet Malaria einen Weg, um anzudocken. Nicht nass zu werden, erscheint unmöglich, eine Ironie des Schicksals und Sarkasmus der langen Trockenheit.
Doch ebenso faszinierend erscheint dieses alljährliche Phänomen. Plötzlich, unumgänglich und alles beeinflussend. Herrschend. Und mittendrin eine Rikscha; sich den Weg von A nach B suchend…


Mittwoch, 11. August 2010

Einen schönen guten Abend wünsche ich!


Thik hai...

Eigentlich sagt man hier "Thik hai", wenn etwas im positiven Sinne "Fein" ist, aber ein bisschen Ironie hat ja bekannter Weise noch niemandem geschadet.
Dachte ich mir also: Komm machste mal einen "Tourie"-Tag und gehst mit Kamera, Stadtplan bzw. Reiseführer Richtung CP um Dieses&Jenes zu kaufen. Doch hat die bittere Realität meine kleine naive Hoffnung, allein und unbeschadet umherlaufen zu können, in rasend schneller Zeit einfach aufgefressen. Kamera eingepackt, Stadtführer unauffällig in die Seitentasche und möglichst unauffällig und dabei so tun, als wäre es das normalste auf der Welt, einfach weiter schwitzen... Liebe Mitmenschen: Das hilft alles nichts! Man wird angequatscht, angeglotzt, angequatscht, ... und das in Dimensionen, die nicht mehr fein sind...
Ich hab dann irgendwann die Rikscha genommen, da ich zum einen einfach klitsch nass von meinem 15-minütigem Versuch unbemerkt umherlaufen zu können und zum anderen wollte ich einfach nur ganz schnell ans Ziel. Und um nun dennoch mit den Worten meines Reiseführers zu sprechen: Ich habe meinen Rikschafahrer des Vertrauens gefunden! Er hat mich überall hingebracht, beim Übersetzen geholfen, Tipps gegeben und am Ende meinte er, ich soll das an Rupien geben, was ich mag. Oha, ja, so etwas kann es auch geben.
Aber dieses Viertel wo ich war... puh... dachte ich doch, der CP wäre das Zentrum - ja ist es auch irgendwie, aber man sieht nichts davon - es wird gebaut, gebaut, gebaut und etwas außerhalb vom Zirkel befindet sich das größte "Bazar"-Chaos, was ich jemals gesehen habe... Was hier weitgehend als Shop bezeichnet wurde, waren kleine Buden, wo etwa 2-4 Personen Platz finden, alles war Ton in Ton und die Menschenmassen sind eine Art Inventar des Ganzen. Kurz um: irgendwann war ich einfach nur noch genervt, hab mir was zu Essen geholt, dabei sich meine Laune schnellsten bessert und bin zurück. Achja, ha, das Erlebnis schlecht hin: Ich brauchte Passbilder. Was für ein Erlebnis... Ich komme also in eine Bude und der Photograoh zeichnete sich dadurch aus, eine DigiCam, PC, Drucker und - ganz wichtig - einen blauen Vorhang vor der Hintertür zu haben. Hinzu nehme man jetzt noch mein entnervtes Gesicht, nahazu komplett nasse Haare (wie gut, dass der Fahrtwind noch dazwischen kam...) und man hat die perfekten indischen Passbilder. Wahnsinn.

[Trommelwirbel] Ich habe zwei Elephanten in voller Eleganz und Geschmeidigkeit auf der Straße, mitten im Verkehr, gesehen! Oh ja und später auch noch Paviane in einer Mülltonne, jaja. Aber diese Elephanten, so toll. Da hab ich mich erstmal gefreut, wie ein kleines Kind über Zuckerwatte...!

Donnerstag, 5. August 2010

Angekommen.

Namaste!

Ja nun bin ich bereits seit einigen Tagen in New Delhi und erfreue mich der wunderbaren Monsunzeit. Feuchtfröhlich, 24 Stunden täglich und die Sonne habe ich noch nicht einmal gesehen... Vielleicht liegt es aber auch daran, dass so viele InderInnen die Sonne im Herzen tragen und während dieser Jahreszeit einfach nicht genug Platz für alle ist. Genug Platz hat Delhi, oder auch gern Dilli, eh nicht… Gefahren wird da wo Platz ist und ich habe noch keine Ahnung, wozu es überhaupt Fahrbahnbegrenzungen oder weiße Linien, die in Europa ein ungemein hohes Maß an Beachtung finden, gibt. Zusätzlich läuft man als Fußgänger natürlich nicht auf dem Fußweg, sondern ebenfalls auf der Straße. Anders geht es eh nicht, werden Fußwege doch als Schlafplatz, Open-Air-Toilette genutzt oder ständig neu gepflastert. Ich gehe also mit dem Sog, beachte keine Regeln der StVO o.ä. und sage mir, dass die anderen auch warten können. Das Leben kann so simpel sein, wenn du von A nach B gehen willst, dann gehst du eben und lässt dich von nichts und niemanden aufhalten. Punkt. Ja das Leben kann auch so chaotisch sein, so dreckig und von Männern dominiert. Überall, ja überall gibt es scheinbar nur Männer. Unglaublich und anstrengend. Würde ich doch gerne breit grinsend, nach vorn gerichtetem Blick und schlendernd durch die Straßen laufen, aber nein… Ich fahre lieber den einen oder anderen Gang zurück und erspare mir so Einiges…
Oh und bevor ich es vergesse: Es ist Kadamon! Frischer Kadamon in seiner Reinheit! Mein erstes Highlight der indischen Snacks. Wozu Kaugummi, wenn man Kadamon kauen kann?! Jaja. Aber egal was es auch ist, es ist lecker, ist scharf und schmeckt neu und anders und einfach nur gut. Wie praktisch, dass InderInnen immer essen könnten und man somit immer und überall an eine neue Errungenschaft ergattern kann. Thik hai.
Die indischen Elephanten verstecken sich übrigens immer noch zu gut und ich habe bisher keinen gefunden, aber irgendwann werden ihre verstecke auch von mir entdeckt werden – jawohl! Die Kühe waren dahingegen nicht so schlau und konnten bereits in der ersten Stunde meines Daseins in Delhi begutachtet werden. Ein Traum.


Und nicht vergessen: Immer schön lächeln und schauen was passiert.