Verlaufen, falsch abgebogen, andere Welt betreten?! Wer weiß, jedenfalls sind die kleinen Städtchen, Haridwar und Rishikesh, mal ganz anders. Zunächst einmal liegen beide vor den Bergen und nicht in den Bergen, was schon mal überraschend war, dann ist es nicht kalt, sondern wärmer als in Delhi und im großen und ganzen, passten wir 2 gar nicht so richtig in die Masse an „Touristen“…
Aber was wäre denn sonst noch anders?! Fangen wir einmal mit Haridwar an – ein kleines Stückchen Erde am Ganges, heiliger als der Vatikan und nicht übermäßig einladend. Dennoch, es hat eine wirklich schöne Pooja am Abend, es ist weitläufiger als Varanasi, sauberer und weniger gestresst. Es bietet dennoch nicht viele Möglichkeiten, länger zu verweilen, also schnell noch viele schöne Bilder machen und dann ab in die Rikscha gen Rishikesh!
„Hello Rishikesh“ sangen schon die Beatles und nun dachten wir uns auch: Komm, auf geht’s! Seit den 70ern von allen Menschen der Welt besucht, zur Kult- und einzig wahren Stätte für Yoga ernannt, angeblich von Spiritualität und Magie erfülltem Ort der freien Liebe und Erleuchtung und allerlei anderem sollte dieser nun auch nicht vor uns verschont bleiben. Und ja, ich kann im Voraus sagen: wir leben alle noch und sind unversehrt!
Zwischen unzähligen Aschren, Meditations- und Yoga-Plätzchen sollten wir demnach die nächsten Tage weilen. Zwischen heiligen Kühen, heiligen Sadus und neben dem noch viel heiligeren Ganges durften wir nun heilige Luft schnuppern. Zwischen all diesen heiligen Aspekten und unglaublich amüsanten Yogis in weiß aus Europa mit Bindis auf der Stirn und kurz vor der Scheinerleuchtung stehend, viel das Atmen doch häufig in Lachen aus. Dieses Lachen ist aber keinesfalls mit dem zufriedenen Grinsen der Meditations- und Yogaglücklichen zu verwechseln! Nein nein.
Oh es ist toll in Rishikesh die Zeit vorbeistreichen zu lassen, Sadus anzugrinsen, Kühe zu streicheln und andere zu beobachten. Man sieht die frisch Verlassenen, die spontan Verliebten, die Selbstfinder und Weltvergessenden finden in Rishikesh neue Kraft, neues Lebensgefühl, den Mann oder die Frau für eine Nacht, sich selbst und alles im Grunde alles, was geht, wenn man nur will. So diese Menschen. Ich für meinen Teil habe diese Menschen gefunden, allesamt bringen mich zum Staunen und schmunzeln, aber auch beeindruckende Sadus, heilige Gangessteine und das weltbeste Getränk: Lemon Mint Juice, aber keine Magie oder Spiritualität. Schade?! Wer weiß…
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