Sie haben nur einen winzigen Anteil an Bildung genossen, wenn überhaupt; können vielleicht ihren Namen schreiben und kennen nicht das Indien, welches die Welt kennt; ein aufstrebendes Indien, sich entwickelnd, auf dem Vormarsch. Nein, in ihren Gesichtern kann man den Geschichten der großen Masse folgen, jenen, die nie das weltliche Indien kennen lernen werden, sondern in ihren Augen das Bild eines Indiens zeigen, vor dem der Rest der Welt die Augen verschließt, jenes der großen Masse. In ihren Falten ist ihr Leben eingekerbt, von der Sonne gezeichnet, vom Kampf geprägt und in ihrer Haltung spiegelt sich die Kraftlosigkeit wieder, das Resignieren, die Erschöpfung. Auf einmal lernt man selbst so viel dazu, dass das Schreiben des eigenen Namens nun doch nicht mehr so wichtig ist, dass das von der Welt gesehene Indien in einer anderen Welt statt findet und das viel mehr zählt, dass die Kuh im Dorf gut verpflegt ist, dass das Wetter nicht die Ernte vernichtet und das man den täglichen Kampf ums Überleben nicht aufgibt…
Ein Bruchteil der indischen Bevölkerung lebt jedoch das fancy, kolonialistische, hierzu ebenfalls später mehr, AC Leben und vergisst das Leben auf dem Land. Jene Städter, seien sie aus Delhi, Bangladesh oder Chandigarh, prägen jedoch das moderne Bild Indiens. Ein Hoch auf IT, moderne Medizin, der Merzedes mit Fahrer aus Rajasthan vor der Tür, ein Hoch auf den modernen indischen Kolonialismus, welcher früher doch so verhasst war...
Die Schlucht zwischen arm und reich ist mittlerweile unüberblickbar groß geworden, so, dass man nur noch die eine Seite sehen kann. Entweder du bist arm, oder du bist reich, gefressen oder gefressen werden. Und dem Rest der Welt wird zu erst die falsche Seite gezeigt und kein Ausflug auf die andere versprochen, nich einmal ein Fernglas...
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