Habe ich nun schon über die indischen Zugfahrtmöglichkeiten geschrieben, muss ich nun auch anderen Fortbewegungstechniken gerecht werden, und einige Zeilen dem Busfahren widmen.
Wer Zugfahren in Indien spannend findet, saß noch nie in einem Bus, welcher durch und über das Land fährt. Anders als im Zug, ist einem der Sitzplatz nicht hundertprozentig gewiss, und ob man überhaupt ankommt ebenfalls nicht. Um alles ein wenig besser beschreiben zu können, dachte ich mir, ein wenig von den ereignisreichen Fahrten zu erzählen.
Die erste denkwürdige Fahrt führte uns von Manali zurück nach Delhi und ist schon ein wenig kultig geworden, denn was könnte wohl passiert sein, wenn auf einmal der Bus mitten auf der Straße stehen bleibt? Bus kaputt, richtig. Diese Antwort sollten wir noch öfters erhalten, doch ist es weniger motivierend, wenn bei all dem nichts passiert. Und hiermit meine ich wirklich: Nichts passiert. Man macht es eben indisch, setzt sich an den Straßenrand, schaut auf den Bus oder in die Dunkelheit und wartet, bis jener von allein wieder anspringt. Zweimal funktionierte diese Methode unfassbarer Weise auch, doch beim dritten Mal war es das dann endgültig und es regte sich nichts… Kurzum: Die letzten rund 300 km wurden mit dem Taxi zurückgelegt, um nur mit acht Stunden Verspätung Delhi zu erreichen.
Legendär zum Zweiten: Jodphur – Jaisalmer. Schon bekannt, deswegen nur noch einmal kurz erwähnt: wir saßen in einer Art Gepäckablage, hinter Scheiben gesichert, zusammengequetscht, aber in unserem eigenen Reich, fernab der Klaustrophobie vermittelnden Zusammengepresstheit unter uns und oben auf dem Dach. Spaßig war es dennoch.
Zum Dritten: der Überlandbus. Ähnlich der A1 in Marburg vom Hauptbahnhof zum Richtsberg – Leute steigen ein, steigen aus, mal mehr Platz, mal weniger Platz, Ticket gibt es im Bus und es dauert mal mehr und mal weniger lang. Diesem fügen wir jetzt noch feldwegartige Straßen hinzu, einen auseinanderfallenden Bus, dessen Bankabstände indischen GebirgsbewohnerInnen angepasst waren (es war mir einfach unmöglich meine Beine und meinen Sitz harmonierend zu verbinden) und eine typisch indische Lautstärkenmentalität. Juche, nicht für jedermann und jederfrau, aber ein Erlebniss schlecht hin. Ach und: natürlich gibt es keine Toilettenpausen für weibliche Mitfahrende und so lernt man doch recht gut, die Gesetze seines eigenen Körpers zu unterbinden, die mentale Macht zu ergreifen und Ankünfte am Ziel noch höher zu schätzen.
Nicht zu vergessen bleibt, dass ich auf der Busfahrt von Manali neben mir einen Nepali-Buben hatte, der immer auf meiner Schulter schnarchte, und hinter mir zwei Schwule, die auf mich standen; das machte die Lage auch nicht gerade angenehmer. Bus kaputt? Bus kaputt.
AntwortenLöschenOh Ben! Oh ja! Höhö ^^
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