Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Es sollte für mich natürlich auch hinaus in die Natur gehen, eine Art Pseudowandertour, und es endlich wieder einmal auskosten, dass man sich wirklich bewegen kann. Pro Tag hatte ich nun meine, immerhin, 10 km-Asphalt-Wanderung die Berge hinauf und kam somit schnell auf ein Pensum, für welches ich in Delhi wohl mindestens eine Woche brauchen würde. Genial, dankbar jeden Schrittes konnte ich strahlen umherwandeln. Mein erster Ausflug führte mich zu einem Wasserfall, welcher zu jener Jahreszeit jedoch eher einem Rinnsal glich, einen längeren Aufenthalt nicht wert war und natürlich von einem plötzlichen Wetterumschwung überschattet wurde – es regnete, hagelte, schneite. Aber hey! Ich hatte Schnee! Yeah! Bald standen mir jedoch zu viele junge Inder mit unter meinem Unterschlupf und so wurde kurzerhand meine liebevoll, bis zum letzten Windhauch genutzter pinker Regenschirm herausgeholt und ich wurde zum bunten Farbkleks im verregneten grau-grün der Berge. Da macht doch alles gleich viel mehr Spaß!
Mein zweiter „erfolgloser“ Ausflug ging hinauf zum Dal-See. Meine Assoziation hierzu waren wie folgt: Genial. Bergsee. See mit Bergen drum herum. Ruhe. Entspannt sitzen und lesen/schreiben. See mit Wasser. Natur. Schön. Nunja, sagen wir es so: Drum herum waren schon Berge, aber näher als diese doch verschiedene Dhabas mit Tee und Essen, in der reinen Natur war er somit auch nicht und ruhig war es auch nicht. Zu allem Überfluss war der See jedoch nicht einmal ein See, sondern eher eine von Steinmauern umsäumte Schlammwanne mit Kühen darin. Auch hier wollte ich mich nicht länger aufhalten, wozu auch, war es ja kein See…
Aber wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel. Und die Wege waren toll, so ruhig und einsam, fast ganz ohne Menschen.
| Der angebliche Dal Lake |
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