Mittwoch, 9. März 2011

Dilli. Mujhko passant hai.


Nun bin ich vor mehr als sieben Monaten in Delhi gelandet – einer Riesenstadt mit Millionen Menschen und zu oft zu wenig Platz. Nun sollte diese auch mich beherbergen – kein Kind von Traurigkeit oder Schüchternheit, doch eher kleinere Städte bevorzugend. Nun denn.

Eine Eingewöhnungsphase blieb mir dank vieler toller Menschen und tollen Arbeitsplatzes fern und diese Stadt wurde zum neuen zu Hause. Im Naherholungs- und Wohngebiet Gulmohar Park wurde viel Kaffee getrunken, dabei das Grün drum herum beäugt, Vögel und Hörnchen beobachtet und vergessen, dass ich in einer der größten Städte überhaupt wohne. Doch was sind schon Größen und Entfernungen… Drei Kilometer liegen in der näheren Nachbarschaft, 25 Kilometer wären einmal durch die halbe innere/mittlere Stadt und Zeit und Entfernung spielen im Grunde keine Rolle mehr. Ich bin, denke ich, entspannter und gelassener geworden, meine Pläne für dies und das bestehen immer noch, doch wurde mehr Platz für Veränderung geschaffen. Wenn nicht heute dann vielleicht morgen oder irgendwann. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Immer indisch, aber alles möglich. Alles.


Man durfte täglich kämpfen, um Kleinigkeiten, Gleichberechtigung, 5 Cent, Verständnis. Hat so viel gewonnen, ein Lächeln, sein Ziel erreicht und so viel mehr. Man wurde härter, vielleicht oftmals auch unfreundlich, selbstbewusster. Man muss zu sich selbst stehen – ich mag mich – und aufhören Vergleiche zu ziehen.

Ich habe Lieblingsplätze gefunden, Orte, die mich immer wieder aufs Neue faszinieren, nicht langweilig werden und jedes Mal von einer neuen Seite gesehen werden. Ich konnte wandeln zwischen Orient, muslimischem Hinterland, modernem Wahnsinn, alltäglichem indischen Chaos, europäischen Oasen, arabischen Gassen, hinduistischen Tempeln und bei allem ein neues Zeitverständnis wahrnehmen, kulturell aufeinander prallen, teils verschmelzen, teils abstoßen und bei allem glücklich sein.

Einfach verindert, glücklich und zufrieden.


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