Montag, 3. Januar 2011

Oh du Schreckliche!

So viele sprechen von der Weihnachtsgeschichte, vom Fest der Nächstenliebe und der Familie, einem Tag, an welchem jedeR Liebe, Hilfsbereitschaft und Empathie aus vollem Herzen verschenkt und an andere denkt. Aber es gibt auch andere wahre Weihnachtsgeschichten...



... und dann war auch bei uns in der Wüste Weihnachten und wir dachten doch wirklich, den Heilig Abend im Zug gen Delhi verbringen zu können. Aber wie wir ja nun wissen, kommt es hier erstens anders und zweitens als man denkt...

Mit blauen Flecken und Schmerzen versehen, welche wir uns als Erinnerung an die Kamelsafari mitgenommen haben, erreichten wir wieder Jaisalmer und hofften auf eine heiße Dusche. Es gab kein warmes Wasser. Gut, kann passieren, auf nach Jodhpur mit dem Bus. Dort angekommen sind wir noch nichts ahnend umhergewandelt und haben uns auf die Heimreise gefreut – 6:30 Uhr wieder Delhier Asphalt unter den Füßen... von wegen... Unser Zug wurde gecancelt und das Drama war wirklich enorm, Superlative des Schreckens an jeder Ecke, Unverständnis welches seines Gleichen sucht und mitten drin zwei weiße Mädels, die doch einfach nur weg wollten. Tickets stornieren, neue kaufen, in den Zug steigen – so die Theorie, doch wurden wir von Schalter zu Schalter geschickt, man hat einfach nicht mit uns gesprochen, uns aus Jucks und Tollerei keine Tickets verkauft, angestarrt, angefasst, angelabert und einfach zwischen hunderten Männern stehen, mit Frauen streiten und unsere Nerven dahinschwinden lassen. Wir wollten einfach nur weg, zurück, so schnell wir möglich und keine weitere „Frohe Weihnachten“-SMS bekommen! Ab zum Busbahnhof, mittlerweile war es 22 Uhr, die Frauenquote überstieg den 5%-Satz kaum und wir hofften wieder auf ein Ticket. Grundlos wurden wir wieder ignoriert, bekamen keine Tickets und waren selbst nun wirklich nervlich am Ende und verabscheuten alles... Lange Rede, kurzer Sinn – am Ende saßen wir in einem Taxi nach Jaipur, um dort am frühen Morgen den ersten Bus nach Delhi bekommen zu können. Aber hey! Alle guten Dinge sind 3 und man wollte uns auch hier keine Tickets verkaufen, aber nach Wut, Tränen und sinnlos lauten Diskussionen saßen wir morgens um 7 im Bus, endlich.

Weihnachten war gegessen, aber wir konnten über Geschehenes lachen und weiter den Kopf schütteln, immerhin hatten wir nur 27 Stunden für 800 km gebraucht...

2 Kommentare:

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  2. Die Überschrift trifft voll ins Schwarze... schade, dass euer Weihnachsfest nicht zustande kam. Aber Kopf hoch, es gibt ja noch eins und wieder eins^^. Und solange zusammenhält und das zusammen erlebt, ist alles wieder gut. Und wie du schon geschrieben hast: ...am Ende lacht und denkt man darüber nach

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